Gestern lief nach dem Kick zwischen Basel und Fulham die Dokumentation “Les arbitres” (deutscher Titel: Schiedrichter im Visier) auf SF 2. Die Macher des Films haben dabei während der Euro 2008 in Österreich und der Schweiz diverse Schiedrichter Trios hautnah begleitet.
So hört man unter anderem, wie das vierer Schiedsrichterteam während des Matchs miteinander kommuniziert und diskutiert, ob nun eine Siuation ein Foul war oder nicht. Darüberhinaus ist die Kamera auch in der Halbzeitpause oder nach dem Spiel in der Schiedsrichterkabine mitdabei. Es wird ebenfalls gezeigt, wie die Schiedsrichter in ihrem Hotel die Spiele der EM schauen.
Am eindrücklichsten ist wohl die Geschichte mit dem englischen Trio (angeführt vom Schiedsrichter Howard Webb), welches das Spiel Polen vs. Österreich leitete. Das 1:0 für die Polen war ein Abseitstor. Das Trio bespricht bereits während der ersten Halbzeit die Szene über Funk. In der Halbzeit haben sie dann bereits Gewissheit, dass es Abseits war. Dem Assistenten, welchem dies entgangen war, ist sichtlich mitgenommen von der Tatsache, dass er dies falsch beurteilt hatte. Kurz vor Schluss pfeifft Webb dann noch ein zwar umstrittener, aber durchaus vertretbarer Elfmeter für Österreich. Diese löst in Polen Reaktionen aus, die weit unter die Gürtellinie gehen und einmal mehr Anlass zu Diskussionen geben, warum ein Spiel dermassen an Bedeutung gewinnen kann, dass es für einen Schiedsrichter und seine Familie gar zur Bedrohung wird. Denn gegen Webb werden anschliessend Mordrohungen aus Polen ausgesprochen (sogar vom Regierungschef).
Daneben hat die Dokumentation durchaus auch Sachverhalte zum Schmunzeln mitdabei. Es wird auch eindrücklich aufgezeigt, dass die Schiedsrichtertrios durchaus auch Sieg und Niederlage kennen. Sie freuen sich in der Kabine, ähnlich wie Fussballer nach einem Sieg, wenn sie die Gewissheit haben, dass sie eine gute Leistung abgeliefert haben. Interessant auch, dass beim Spiel Italien vs. Spanien die beiden Schiedsrichter aus diesen beiden Ländern jeweils dem anderen Land die Daumen drücken, denn ein Weiterkommen des eigenen Teams hat zur Folge, dass die Chancen für sich selbst sinken noch länger im Turnier mitdabei bleiben zu können.
Die Doku kann nur jedem Fussballfan empfohlen werden sie einmal zu schauen. Denn der lapidare Spruch “Schiedsrichter sind auch nur Menschen” wird hier eindrücklich aufgezeigt. Ausserdem fällt bei der nächsten Fehlentscheidung des Schiris gegen sein Team eventuell der Umgang damit etwas leichter, da er das Wesen Schiedsrichter etwas besser versteht.
Die Serie “herausragende Fussballer” wird heute um einen ganz speziellen Torhüter erweitert: Rene Higuita.
Das Torhüter an und für sich spezielle Typen sind, ist bekannt. Higuita glänzte aber mit einer speziell mutigen Spielweise. Er liess sich desöfteren auf Dribblings mit den gegnerischen Stürmern ein. Ab und zu ging es gut, ab und an eben nicht. Weltberühmt wurde Higuita an der WM 1990 i Italien, als er mehrere solcher Ausflüge produzierte und auch das ein oder andere Gegentor einfing. Higuita war zwar weniger aufgrund seiner fussballerischen Fähigkeiten herausragend, dennoch hat er seinen Platz in dieser Kategorie absolut verdient. Oder etwa nicht?
Der Video unten kann als ein Best-of von Higuita aufgefasst werden.
Richard Nuñez kam im Winter 2000/2001 zu GC und war vom ersten Spiel an eine Attraktion. Er brachte es in der NLA auf die unglaubliche Quote von 85 Toren und 71 Vorlagen in 127 Spielen. Er verbuchte also im Schnitt mehr als einen Skorerpunkt pro Spiel.
Seine bevorzugte Position war der linke Flügel in einem 4-3-3. Seine Qualitäten waren vielseitiger Natur: Zum einen war er sehr schnell, er hat einen fantastischen linken Fuss, einen sehr gute Schusstechnik, konnte zwei, drei manchmal auch vier Gegenspieler ausdribbeln. Gefürchtet waren auch seine direkten und indirekten Standards.
Mit seinen Toren half er schon in der Saison 2000/2001 wichtig zum Gewinn der Schweizer Meisterschaft. In der Saison 2002/2003 war er dann massgeblich entscheidend dafür das der Titel nach Zürich und nicht nach Basel ging. Unvergessen bleibt auch sein 6:5 Siegestreffer gegen den FC aus Zürich im Cuphalbfinalspiel 2004 (siehe Video unten). Nuñez ist bis heute eine der letzten Attraktionen des GC geblieben. Ein Spieler, der jederzeit den Unterschied in einem Spiel ausmachen konnte. Diese Spielertypen sind dann oft auch exzentrische Diven. Dies traf dann auch voll und ganz auf Nuñez zu. Er verrichtete kaum Defensivarbeit und an einem schlechten Tag (diese wurden gegen Ende seiner Zeit bei GC leider häufiger), war er ein grosses Ärgernis. Trotzdem dieser Spieler bleibt mir für immer aufgrund seiner Extraklasse in Erinnerung. Gerade in Zeiten wie diesen erinnere ich mich sehr gerne an Richard Nuñez und seine zahlreichen Geniestreiche zurück!
In dieser Kategorie werden von Zeit zu Zeit herausragende Fussballer vorgestellt beziehungsweise an diese erinnert. Das Prädikat herausragend muss dabei nicht unbedingt nur für Weltklasse-Spieler gelten, sondern kann auch für herausragend innerhalb einer Liga stehen. Die Serie wird natürlich mit der legendären Nummer 14, dem Holländer Johan Cruyff gestartet, welcher einer der begnadensten Spielmacher aller Zeiten war.
Johan Cruyff (Hendrik Johannes Cruyff) wurde am 25. April 1947 in Amsterdam geboren. Bei Ajax Amsterdam begann dann auch 1964 seine einzigartige Karriere als Fussballer. Cruyff wurde im Laufe seiner Karriere neunmal niederländischer Meister, sechsmal niederländischer Cupsieger, je einmal spanischer Meister und Cupsieger und gewann dreimal mit Ajax Amsterdam den Pokal der Landesmeister. Mit der holländischen Nationalmannschaft wurde er 1874 in Deutschland Vize-Weltmeister, EM-Dritter 1976. Persönlich wurde er zweimal Torschützenkönig in Holland, war dreimal Europas Fussballer des Jahres (1971, 1972 und 1973) und wurde 1999 zu Europas Fussballer des Jahrhunderts gewählt.
Cruyff zeichnete vor allem sein Antritt, Schnelligkeit und eine sensationelle Technik aus. Enige Müsterchen dieser Fähigkeiten zeigt der untenstehnde Video eindrücklich.
1:7 (gegen YB) und 0:5 (gegen St. Gallen) so lauteten die letzten Resultate des gestrigen Gegners von GC Bellinzona. Daraufhin trat der Bellenz Trainer Marco Schällibaum frustiert und desillusioniert zurück. Grundsätzlich keine schlechten Voraussetzungen für GC, welches aber seinerseits aus einer englischen Woche mit zwei Niederlagen kam. Darüberhinaus waren die Vorzeichen auch auf Seiten des wahren Stadtklubs und Schweizer Rekordmeisters alles andere als rosig: Sommer, Cabanas und Basha krank (Verdacht auf die ominöse Schweinegrippe), Salatic und Vallori gesperrt und die Youngstars Ben Khalifa und Seferovic sorgen gerade in Nigeria bei der U-17 WM für Furore.
Doch Bellinzona war, vor allem in der Defensive, extrem schwach. So resultierte am Ende vor den gewohnten 4′000 echten und stolzen Hoppers ein zuvor unerwartetes 7:0. Dies war meines Wissens auch gleichzeitig der höchste Sieg seit dem 8:0 zu Hause gegen St. Gallen noch vor dem Jahre 2000 und noch im schönen Hardturm. Die Tore für GC erzielten Lulic (2), Zarate (2), Boris S. (2) und Callà alias Gerd Müller.
Videos mit allen sieben Toren gibt es bei hier und hier und Bilder gibt es hier