Ab heute winken sie wieder…

Dezember 26th, 2009 von admin

Heute beginnt in Davos wieder der Spengler-Cup. Eine Veranstaltung, ohne die der HC Davos wohl nicht das wäre, was er heute ist. Denn 1. spühlt der Spengler-Cup Millionen in die Davos-Kasse und 2. werden bei diesem Cup gleichzeitig auch Fans in der ganzen Schweiz akquiriert, welche im Endeffekt dann auch wieder Geld in die Kassen von Davos spielen.

Es ist die Zeit, wo zwar Eishockey auf einem hohem Niveau zelebriert wird und die Eishalle in Davos sol voll ist, wie sonst nur im Playoff-Final. Die Zuschauer des Cups im Stadion sind aber dabei zu einem grossen Teil keine Eishockey-Fans, sondern Event-Fans, die es einfach schaurig lustig finden mal am Spengler-Cup zu sein. Dafür winken sie dann jeweils fleissig in die Kameras und singen “iaiaiaoooo”.

Was haben die anderen Klubs davon? Naja, ich kann nur von den Erfahrungen mit Stacey Roest berichten, dieser ist nämlich jeweils nach dem Spengler-Cup und seinen Einsätzen mit dem Team Canada, welche ja für gewöhnlich 6 Spiele in 7 Tagen bestreiten, für den ganzen Januar nicht mehr zu gebrauchen.

Für Rapperswil-Jona bricht jetzt die entscheidende Phase im Kampf um die Playoff-Plätze an, ein fitter Roest wäre enorm wichtig. Der Spengler-Cup beansprucht die Toleranz der ganzen Liga, profitieren davon tut aber praktisch nur ein Klub…

Kann es das sein?

Geschrieben in diverse Sportarten | Keine Kommentare »

Wenn Gegner zu Freunden werden und umgekehrt

Dezember 26th, 2009 von admin

Das Comeback von Michael Schumacher bringt für einige Schumi-Fans neben dem absoluten Hochgefühl den besten Fahrer Allerzeiten nochmals über die Strecken rasen zu sehen aber auch ganz Ungewohntes mit sich. Jahrelang war die Farbe Rot unzertrennbar mit Michael Schumacher verbunden. An seinem Komandostand sass da auch meistens Ross Brawn. Die Gegner waren meist silbern und trugen den Stern mit sich. Für viele war die Farbe Silber unweigerlich mit dem Gegner von Michael Schumacher verbunden, ob es nun Häkkinen, Coulthard oder auch Raikönnen war.

Doch nun ist vieles anders. Es sitzt zwar wieder Schumis genialer Partner Ross Brawn, jetzt als Teamchef, am Kommandostand und wird wieder mit Schumi zusammen die genialen Taktiken aussarbeiten. Doch die Farbe die es zu unterstützen gibt, ist plötzlich nicht mehr Rot, sondern eben Silber. Norbert Haugs Geschwafel über Mercedes ist plötzlich nicht mehr nervig und ätzend, sondern es sind die Worte eines Verbündeten von Schumacher.

Die Ausgangslage vor der Formel 1 Saison 2010 ist eine ganz speziell attraktive. Viele F1-Fahrer haben sich negativ über das Comeback von Schumi geäussert. Verständlich, den ab sofort rücken sie wieder ins zweite Glied. Die Scheinwerfer sind auf den 7-maligen Champion gerichtet. Die Vettels, Buttons und Hamiltons müssen hinten anstehen.

Vieles hängt natürlich wie immer in der F1 vom Fahrzeug ab. Es sind mit Ferrari, Red Bull, Mercedes und McLaren gleich vier Teams im Rennen, denen man den Bau eines Weltmeister-Autos zutraut. Sollte Mercedes es schaffen ein konkurrenzfähiges Auto hinzustellen, dann darf man sich jetzt schon auf Schumi-Siege en masse freuen.

Neu wird aber dann nicht die Deutsche Hymne mit der Italienischen erklingen, ansonsten wird alles gleich bleiben.

Geschrieben in diverse Sportarten | Keine Kommentare »

Les arbitres – Schiedrichter im Visier

Dezember 17th, 2009 von admin

Gestern lief nach dem Kick zwischen Basel und Fulham die Dokumentation “Les arbitres” (deutscher Titel: Schiedrichter im Visier) auf SF 2. Die Macher des Films haben dabei während der Euro 2008 in Österreich und der Schweiz diverse Schiedrichter Trios hautnah begleitet.

So hört man unter anderem, wie das vierer Schiedsrichterteam während des Matchs miteinander kommuniziert und diskutiert, ob nun eine Siuation ein Foul war oder nicht. Darüberhinaus ist die Kamera auch in der Halbzeitpause oder nach dem Spiel in der Schiedsrichterkabine mitdabei. Es wird ebenfalls gezeigt, wie die Schiedsrichter in ihrem Hotel die Spiele der EM schauen.

Am eindrücklichsten ist wohl die Geschichte mit dem englischen Trio (angeführt vom Schiedsrichter Howard Webb), welches das Spiel Polen vs. Österreich leitete. Das 1:0 für die Polen war ein Abseitstor. Das Trio bespricht bereits während der ersten Halbzeit die Szene über Funk. In der Halbzeit haben sie dann bereits Gewissheit, dass es Abseits war. Dem Assistenten, welchem dies entgangen war, ist sichtlich mitgenommen von der Tatsache, dass er dies falsch beurteilt hatte. Kurz vor Schluss pfeifft Webb dann noch ein zwar umstrittener, aber durchaus vertretbarer Elfmeter für Österreich. Diese löst in Polen Reaktionen aus, die weit unter die Gürtellinie gehen und einmal mehr Anlass zu Diskussionen geben, warum ein Spiel dermassen an Bedeutung gewinnen kann, dass es für einen Schiedsrichter und seine Familie gar zur Bedrohung wird. Denn gegen Webb werden anschliessend Mordrohungen aus Polen ausgesprochen (sogar vom Regierungschef).

Daneben hat die Dokumentation durchaus auch Sachverhalte zum Schmunzeln mitdabei. Es wird auch eindrücklich aufgezeigt, dass die Schiedsrichtertrios durchaus auch Sieg und Niederlage kennen. Sie freuen sich in der Kabine, ähnlich wie Fussballer nach einem Sieg, wenn sie die Gewissheit haben, dass sie eine gute Leistung abgeliefert haben. Interessant auch, dass beim Spiel Italien vs. Spanien die beiden Schiedsrichter aus diesen beiden Ländern jeweils dem anderen Land die Daumen drücken, denn ein Weiterkommen des eigenen Teams hat zur Folge, dass die Chancen für sich selbst sinken noch länger im Turnier mitdabei bleiben zu können.

Die Doku kann nur jedem Fussballfan empfohlen werden sie einmal zu schauen. Denn der lapidare Spruch “Schiedsrichter sind auch nur Menschen” wird hier eindrücklich aufgezeigt. Ausserdem fällt bei der nächsten Fehlentscheidung des Schiris gegen sein Team eventuell der Umgang damit etwas leichter, da er das Wesen Schiedsrichter etwas besser versteht.

Hier noch ein kleiner Zusammenschnitt des Films

Geschrieben in Fussball, Video | Keine Kommentare »

Stéphane Chapuisat – Das Schlitzohr aus der Schweiz

Dezember 15th, 2009 von admin

Es ist wiedermal an der Zeit die Kategorie “herausragende Fussballer” um ein weiteres Idol meiner Jugendzeit zu erweitern. Es handelt sich dabei um Stéphane Chapuisat.

do-chapuisat

Stéphane Chapuisat ist, zusammen mit Hitzfeld, der Grund, warum ich anfangs der 90er Jahre im Deutschen Fussball Borussia Dortmund Fan wurde. Nach seinem Start in die Karriere bei Lausanne Sports, wechselte er zu Uerdingen, wo er von Hitzfeld im Sommer 1991 mit nach Dortmund genommen wurde. Bei der Borussia avancierte Chapuisat schnell zum Publikumsliebling. Chapuisat, oder von den Deutschen oft “Chappi” genannt, weil sie mit der Aussprache des französischen Namens Chapuisat (Schapüsa) so ihre Probleme hatten, war sofort einer der Topstürmer in der Bundesliga. In seinen ersten Jahren bildete er zusammen mit Flemming Poulsen ein gefährliches Sturmduo beim BVB. Später wurde Karlheinz Riedle sein Stammsturmpartner. In der Saison 1994/1995 gewann er mit Borussia Dortmund die Deutsche Meisterschaft, Chappi steuerte 12 Tore in 20 Spielen bei. Eigentlich war es seine absoult stärkste Phase, aber leider verpasste er aufgrund eines Kreuzbandrisses fast die gesamte Rückrunde und ein Teil der nächsten Saison, inwelcher Dortmund ebenfalls den Titel errang. Chapuisat schaffte auch nach dem Kreuzbandriss nochmals den Anschluss, doch so ganz der Alte, welcher er vor der Verletzung war, wurde er meines Erachtens nie mehr. Chapuisat schoss insgesamt 106 Tore in der Bundesliga und hielt damit auch zwischentlichzeitlich den Rekord als bester ausländischer Torschütze der Bundesliga (hätte er sich nicht den Kreuzbandriss zugezogen und praktisch ein Jahr ausgefallen, könnte er diesen wohl heute noch halten).

Im Sommer 1999 wechselte er von meinem einen Lieblingsverein zu meinem anderen: GC Zürich. Dort errang er im Sommer 2001 den Schweizer Meister-Titel. Insgesamt schoss er bei GC in 77 Einsätzen 45 Tore. Danach war er noch drei Jahre für YB tätig und eine Saison bei seinem Stammverein Lausanne Sports in der NLB.

In der Schweizer Nationalmannschaft lief es ihm persönlich, wenn man die Trefferquote anschaut (103 Spiele/21 Tore) weniger gut. Trotzdem war vor allem die Anfangs- und dann auch wieder die Schlussphase seiner Nati-Karriere sehr erfolgreich. Zusammen mit Adrian Knup bildete er das Sturmduo der legendären Schweizer Nationalmannschaft, welche sich nach 28 Jahren im Jahre 1994 wieder für eine WM (in den USA) qualifizieren konnte. Zum Abschluss seiner Karriere war er sowas wie der “Lehrmeister” für den damals jungen, aufstrebenden Alex Frei.

Chapuisat zeichnete vor allem eine spezielle Schlitzohrigkeit aus, mitwelcher er seine Gegenspieler immer wieder narrte und desöfteren auch Freistösse und Elfmeter rausholte, die nicht unbedingt zwingend Fouls waren. Daneben verfügte er über einen sehr starken linken Fuss, welchen er auch praktisch nur zum führen des Balles brauchte. Chapuisat konnte einerseits die Gegenspieler im 1 gegen 1 vernaschen und verfügte mit seinem linken Fuss über eine herausragende Schusstechnik.

Sein persönliches Palmares ist lange und aussergewöhnlich für einen Schweizer Fussballer:

- zweifacher Deutscher Meister (1994/1995 und 1995/1996)

- Champions League Sieger mit Dortmund (1996/1997)

- Weltpokalsieger (1997)

- Schweizer Meister mit GC (2000/2001)

- Schweizer Fussballer des Jahres 1992, 1993, 1994 und 2001

- WM Teilnahme 1994

- EM-Teilnahme 1996 und 2004

Geschrieben in Borussia, Fussball, Grasshoppers, Schweizer Nationalmannschaft, herausragende Fussballer | Keine Kommentare »

Aus der Schweiz ist noch wenig Gutes gekommen

Dezember 14th, 2009 von admin

Mit diesem Satz kommentierte “Die Welt” unter anderem die Verpflichtung von Christian Gross als Trainer des VfB Stuttgarts. Es ist nichts Neues, dass die Deutschen gegenüber Fussballexporten aus der Schweiz herablassend und mit einem Hang zum Lächerlichen kommentieren.

Wie man bei meinen Beiträgen schon mehrmals gemerkt hat, bin ich kein Freund solcher Pauschalurteile. Gehen wir also mal in die genaure Analyse:

Als erstes muss Ottmar Hitzfeld erwähnt werden. Trotz deutschem Pass, kann man Hitzfeld als “Schweizer” bezeichnen. Er wuchs nahe der Schweizer Grenze auf (Lörrach), spielte einen Grossteil seiner Karriere in der Schweiz und begann seine Trainerkarriere in der Schweiz. Ottmar Hitzfeld kann als erste Schweizer Fussballtrainer Export nach Deutschland bezeichnet werden. Er widerlegt. so glaube ich, als mehrmaliger Deutscher Meister, zweifacher CL-Sieger und Weltpokalsieger die These oben ziemlich eindrücklich.

Marcel Koller wurde zwar am Ende in Köln und Bochum zweimal gefeuert. Doch machte er in beiden Fällen einen guten Job. Gerade mit Bochum holte er über Jahre das Maximale heraus. Dann wollten die Fans plötzlich mehr und meinten, dass kann man mit einem anderen Trainer erreichen, aber mit gleich viel Geld. Mal schauen, ob Bochum nicht absteigt in dieser Saison. Koller hat sich einen guten Namen in Deutschland gemacht und wird in Zukunft wohl auch mal Thema für ein Team werden, dass einen höheren Anspruch hat, als nicht abzusteigen.

Lucien Favres Abgang in Berlin war unrühmhaft. Die Arbeit, die er aber zuvor zwei Jahre abgeliefert hat, war ausgezeichnet. Er quetschte aus einer mittelmässigen Mannschaft das Beste heraus und führte sie um ein Haar in die CL. Gleichzeitig liess er sich aber auf Nebenschauplätzegerangel ein, hörte auf die falschen Leute und verspielte es mit den Guten. So verliess in diesem Sommer das letzte bisschen Qualität (Pantelic, Simunic und Voronin) Berlin und wurden nicht mal annähernd ersetzt. Die fast logische Konsequenz war der Absturz in dieser Saison. Auch Funkel wird es schwer haben diese Mannschaft in der ersten Liga halten zu können.

Latour profitierte wohl tatsächlich von einem Hype um ihn und konnte sich nicht wirklich durchsetzen. Andermatt schaffte hingegen mit Ulm und dem Aufstieg in Liga 1, dass er dann auch gleich wieder Abstieg ist zwar schade, wäre aber wohl auch mit den meisten anderen Trainern so passiert.

Christian Gross ist ein Toptrainer, der schon mehrmals bewiesen hat, dass er mit qualitativ guten Kadern den Erfolg bringen kann. Seine erste Zeit bei Stuttgart wird dabei gleich zur Nagelprobe. Doch die Mannschaft hat eigentlich mehr als genug Qualität um aus dem Abstiegssumpf noch während der Rückrunde herauszukommen. So dass er danach eigentlich seine wirkliche Saison 1 in Stuttgart planen kann. Mich würde es nicht wundern, wenn er mit Stuttgart nächste Saison wieder ganz vorne in der Bundesliga mitspielen würde und der nächste Gegenbeweis zur These im Titel liefert.

Geschrieben in Fussball | Keine Kommentare »

Nein, die Mehrheit hat nicht immer Recht

Dezember 13th, 2009 von admin

Gestern Abend hat sich in der Schweiz zum zweiten Mal innert kurzer Zeit bei einer Abstimmung ein überraschendes Ergebnis ergeben. Nach der politischen Überraschung (Minarettinitiative) folgte gestern die sportliche. Denn bei der Wahl zum Sportler des Jahres, welche per Telefon-Voting durchgeführt wurde, kam es zu einer kleinen Sensation: Nicht Roger Federer wurde zum Sportler des Jahres gewählt, sondern Didier Cuche.

Wie kann man denn nun dieses Resultat interpretieren? Leiden die Schweizer einfach generellein Problem mit Abstimmungen? Natürlich hatte auch Didier Cuche ein hervorragendes Jahr mit dem WM-Titel im Super-G. Aber gegen die Erfolge von Roger Federer, auch wenn Vergleiche über verschiedene Sportarten immer schwer sind, verblassen natürlich auch jene von Cuche. Roger Federer stand bei allen vier Grand-Slam Turnieren (Australian Open, French Open, Wimbeldon und US Open) mindestens im Finale und gewann in Paris erstmals auf Sand, womit er seine Grand-Slam Sammlung komplementierte. Daneben gewann er erneut Wimbeldon und ist damit alleiniger Rekordhalter in Sachen Grand-Slam Siege. Daneben holte er sich die Nummer 1 Position im Tennis zurück.

Es ist nicht zum ersten Mal, dass andere Sportler bei der Wahl zum Sportler des Jahres Roger Federer vorgezogen werden. Roger Federer hätte eigentlich seit 2003 jedes Jahr zum Schweizer Sportler des Jahres gewählt werden müssen und zwar diskussionslos. Aber anscheinend, wie bei vielem anderen auch, neigt der Schweizer/die Schweizerin dazu vieles mit der Zeit als selbstverständlich zu betrachten und vergisst dabei, was es für eine enorme Leistung ist, diese Erfolge immer wieder zu bringen und zu bestätigen.

Wenn es eine Antwort auf die Frage, ob denn eine Mehrheit immer Recht hat gebraucht hat, dann wurde sie Gestern Abend eindrücklich gegeben:

Nein, sie hat bei weitem nicht immer Recht!!!

Geschrieben in diverse Sportarten, herausragende Sportler | Keine Kommentare »

Kehrt der Grösste aller Zeiten zurück?

Dezember 10th, 2009 von admin

Schon seit einigen Wochen hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Michael Schumacher vor einem Comeback in der Formel 1 steht. Das von Ross Brawn, der bei allen grossen Erfolgen von Schumi an seiner Seite war, geführte Mercedes-Team habe anscheinend Schumi als zweiten Fahrer neben Nico Rosberg unter Vertrag genommen.

Als grosser Schumi-Fan wäre dies für mich ein grossartige Sache ihn nochmals über die Strecken zu rasen zu sehen. Für die Formel 1 wäre es wohl ebenfalls nach einem schwierigen Jahr das Beste was passieren könnte.

Macht sich Schumi damit ein Gefallen? Viele sagen darauf wohl, dass er nur verlieren kann. Ich sehe das nicht so. Denn zum einen weiss jeder der Schumacher kennt, dass dieser nur dann ein solches Comeback macht, wenn er zu 100 Prozent davon überzeugt ist, dass er nochmals ganz vorne mitfahren kann und er dementsprechend alles dafür tut, um körperlich in einer Topverfassung zu sein.

Ivh versuche die Vorfreude noch einwenig zu unterdrücken, denn sonst wäre dann nur die Enttäuschung umso grössee wenn doch nichts daraus wird.

Mal schauen was die kommenden Wochen bringen.

Geschrieben in diverse Sportarten, herausragende Sportler | 2 Kommentare »

GC: Der Jahresrückblick 2009

Dezember 10th, 2009 von admin

Das Jahr 2009 war alles andere als einfaches Jahr für GC. Laut Dreijahresplan, welcher im Sommer 2007 aufgestellt worden war, sollte man in dieser Saison um den Meistertitel mitspielen. Doch dieser Plan ist längst im Papierkorb gelandet. Denn die Investorensuche, um diesen Plan auch in die Wirklichkeit umsetzen zu können, gestaltete sich schwieriger, als dass sich das Erich Vogel vorgestellt hatte (nicht zuletzt wegen der weltweiten Wirtschaftskrise).

War dachte, dass man als GC-Fan die Talsohle in den letzten Jahren schon durchschritten hatte, der musste sich vom Jahr 2009 eines besseren Belehren. Der erste grosse Schaden war zweifelsfrei die Posse um die angeblichen 300 Millionen. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass man einen solchen Deal abschliessen darf, auch wenn man weiss, dass das Geld nie fliessen wird, was halt eben nicht passieren darf, ist dass es an die Öffentlichkeit gelangt. Der Spott und Hohn war in diesen Tagen im März gross. Der Imageschaden für GC gross.

Doch GC kam nach dieser Posse nicht zur Ruhe. Denn schon in der kurzen Sommerpause kam es zum nächsten Erdrutsch. Zuerst wurde Latour entlassen und Ciriaco Sforza neu als Trainer installiert. Danach fing das ganze Spielchen mit einem möglichen Investor von vorne an. Wiederum war der Blick extrem gut informiert, was an jedem Tag mit Gaydul läuft. Man könnte fast denken, dass sowohl bei Eckel als auch bei Gaydoul ein GC-Insider mit dem Boulevard-Blatt unter einer Decke steckte. Auch der Gaydoul-Deal, welcher GC ganz kaufen und übernehmen wollte, platzte am Ende. Es liegt die Vermutung nahe, dass Gaydoul möglicherweise gar den Namen des Vereins ändern wollte (also so à la Red Bull Salzburg) und es unter anderem deshalb zu keiner Einigung kam. Gut so!

Danach begann die Meisterschaft. Sforza hatte ein neues, junges Team geformt, welches das jüngste der ganzen Schweizer Liga ist. Sforza fasste im Sommer den klaren Auftrag, attraktiveren Fussball als Latour spielen zu lassen und auch die jungen Spieler stärker und besser zu fördern und sie in die erste Mannschaft zu integrieren. Der Beginn war dann, passend zum sonstigen Umfeld, wenig begeisternd. Aus dem ersten Saisonviertel konnten gerademal 7 Punkte aus 9 Spielen ergattert werden. Wobei die Heimspiele gegen Sion oder Basel durchaus auch schon die Handschrift des attraktiveren und offensiver Fussballs trugen. Doch diesem offensiveren Fussball zollte die Mannschaft in dieser Phase vor allem tribut. Denn darunter litt die defensive Stabilität. Man kassierte einige sehr, sehr dumme Tore aus Kontern, weil die Balance zwischen Offensive und Defensive noch nicht stimmte.

Dann folgte die nächste Hiobsbotschaft neben dem Platz: GC hat deutlich mehr Schulden, als angenommen. Das jährliche Defizit beäuft sich nicht auf die budgetierten 5 Mio. CHF sondern auf ca. 10 Mio. Bis Ende November musste der Klub diese zusätzlichen 5 Mio. Schulden abbauen, ansonsten hätte die Deponierung der Bilanz gedroht und der Zwangsabstieg in die 1. Liga. Dank Lohnkürzungen, Verzicht und Spenden konnte das zusätzliche Loch gestopft werden. Ein erstes positives Signal im Jahre 2009.

Gleichzeitig sorgten vier Nachwuchskicker von GC in Nigeria bei der U-17 WM für Furore. Nassim Ben Khalifa, Haris Seferovic, Charyl Chappuis und Raphael Spiegel. Drei von ihnen waren dabei Schlüsselspieler. Chapuis war in der Abwehr als Innenverteidiger der Fels in der Brandung, Ben Khalifa schoss vier teils sehr wichtige Tore und gab daneben noch vier Assists und Haris Seferovic schoss fünf Tore, darunter den entscheidenden Treffer zum WM-Titel. Es war balsam auf die vielgescholtene GC-Seele.

Auch sportlich lief es im zweiten Viertel einiges besser. Mit 19 Punkten aus 9 Spielen, kann man sehr zufrieden sein. Würde man über vier Viertel 19 Punkte holen, dann würde man wohl Meister werden. Enttäuschend war lediglich das Cup-out in Lugano und der schwache Auftritt in St. Gallen. Ansonsten zeigte sich das Team von Sforza stark verbessert und zeigte desöfteren ganz ansehnlichen Fussball, der jetzt auch erfolgreich war. Das Tüpfelchen auf das i, war dann noch der 101. Derbysieg gegen den anderen Klub aus Zürich-Altstetten und die Rückkehr auf den Thron von Zürch, den man zwar eigentlich sowieso immer inne hatte, aber der zumindest kurzfristig auf die andere Seite verliehen wurde.

Der eingeschlagene Weg und die neuerliche Neuausrichtung stimmen einen momentan ganz zuversichtlich, was die Zukunft von GC angeht. Es bleibt zu hoffen, dass man diesmal den Weg konsequent geht. GC hat einige Talente in der Pipeline. Natürlich bruacht es immer ein paar gestandene Spieler, die den ganzen Laden zusammenhalten, aber daneben soll nun wirklich der Weg mit den jungen Talenten forciert werden.

Dank geht auch an die 4′000 treuen GC-Fans, welche all die Demütigungen und Rückschlage mitmachen. Es ist einfach im Erfolgsfall Fan eines Vereins zu sein. Die wahre Grösse zeigt sich erst in der Niederlage. Jeder einzelne kann stolz auf sich sein! Ich stehe lieber mit 3′999 echten Hoppers im Stadion (wobei dies lieber der Hardturm wäre), als mit seit drei Jahren riesen FC-Fans oder mit SCB-Fans im Wankdorfstadion.

In diesem Sinne: Wiiterkämpfe! Für eusi Liäbi, für GC Züri!

Geschrieben in Fussball, Grasshoppers | Keine Kommentare »

Kommentare…

Dezember 10th, 2009 von admin

Anscheinend ging bis vor kurzem meine Kommentare-Funktion nicht. (Das erklärt wohl auch, warum trotz mittlerweile ganz ansehnlichen Besucherzahlen Kommentare ganz ausblieben).

Sorry, war mein Fehler! Ab jetzt kann fleissig kommentiert werden!

Geschrieben in Uncategorized | Keine Kommentare »

Was interessiert mich das Geschwätz von gestern

Dezember 8th, 2009 von admin

Im Fussballbusiness ist es enorm schwer über die Zeit konsistente Aussagen zu tätigen und dementsprechend zu handeln. Ein Beispiel, welches mir gerade einfällt, ist Uli Hoeness, der noch ein, zwei Jahre vor den teuren Verpflichtungen von Ribery und Toni sagte, dass Bayern München das Wettrüsten mit den grossen Vereinen Europas nicht mitmache und Bayern sicher nie soviel Geld in die Hand nehmen werde, um einen Spieler zu verpflichten. Es folgten ein paar ernüchternde Champions League Saison, in denen man nicht viel zu melden hatte. Plötzlich überdachte wohl auch Hoeness die ganze Situation nochmals neu. Et voilà schon flossen die Millionen Ablösesummen für Ribery und Toni im zweistelligen Millionen Bereich (mal abgesehen vom Gehalt der beiden).

Ein anderes Beispiel ist der Herr Canepa von der Nummer zwei in Zürich. Noch im Sommer auf die Frage, ob allenfalls Hakan Yakin ein Thema für seinen Verein wäre, antwortete er sinngemäss etwa das Folgende: Man verfolge beim FC eine andere Strategie, als über dreissig jährige Altstars zu verpflichten. Man setze auf junge Talente und wolle diese in die erste Mannschaft integrieren. Aha, junge Talente wie Ludovic Magnin also? Es scheint, als ob man auch beim FC im Misserfolgsfall ein wenig von seiner Strategie abweicht. Wäre doch mit dem U-17 Weltmeister Rodriguez ein junges Talent in der Pipeline, welches körperlich schon sehr weit ist und wohl bald als linker Aussenverteidiger in die erste Elf integriert werden könnte. Die CL-Millionen verlocken halt schon, dass man seine Strategie nochmals ein wenig überdenkt. Magnin dürfte wohl alles in allem sicher mindestens (wohl eher mehr) 1 Mio. Franken verdienen.

Aber Vorsicht Herr Canepa: Allzu viel von dem durch Siege über den lettischen und slovenischen Meister gewonnen Geld sollte man dann nicht für Spieler ausgeben und für deren Gehälter. Denn sonst bläht man sehr schnell die Kosten für Gehälter auf (auch aktuelle Spieler wollen dann mehr) und falls dann nicht regelmässig solche Millionen wieder reinfliessen, können diese CL-Millionen dann plötzlich und sehr schnell zum Fluch werden.

Geschrieben in Fussball | 1 Kommentar »

« Frühere Einträge