Alles entwickelt sich, nur der Fussball bleibt ewig gleich
März 8th, 2010 von
admin
In der letzten Woche gab die FIFA bekannt, dass im Fussball weder der Videobeweis noch ein Chip im Ball eingeführt werden soll. Damit haben die durch das Band ergrauten Funktionäre der FIFA einmal mehr bewiesen, dass sie äusserst konservativ und wenig fortschrittlich denken. Den was gibt es denn objektiv für Argumente, die dagegen sprechen, dass der Videobeweis (für Torszenen) und/oder ein Chip im Ball im Fussball eingeführt werden?
Gerne wird ins Feld geführt, dass dadurch das Spiel zu oft und zu lange unterbrochen werden würde. Dies kann ich nicht nachvollziehen, denn 1. gibt es nicht in jedem Spiel ein strittige Torszene zu beurteilen und 2. wäre dies eine Sache von vielleicht maximal einer Minute oder auch zwei. Wenn dafür zu 100 Prozent gesagt werden kann, ob ein Ball im Tor war oder eben nicht, finde ich diese Wartezeit mehr als gerechtfertigt. Denn schliesslich will man ja Fehlentscheide verhindern. Weiter wird auch gerne argumentiert, dass der Fussball von diesen Fehlentscheidungen lebe. Dass man sich am nächsten Tag am Stammtisch darüber streiten könne usw. Ebenfalls ein relativ dummes Argument meines Erachtens. Denn der Fussball liefert auch sonst genug Gesprächsstoff und so wird dann halt in Zukunft nicht mehr darüber gestritten ob ein Ball drin war oder nicht. Das Spiel wird dadurch nicht komplizierter, sondern im Gegenteil, einfacher und gerechter. Auch wird immer wieder gesagt, dass sich Fehlentscheide im Laufe einer Saison ausgleichen würden. Das ist für mich einer der dümmsten Sätze im Zusammenhang mit Fussball und Fehlentscheidungen. 1. Hat noch nie jemand statistisch überprüft, ob dem wirklich so ist (ich bezweifle es stark) und zweitens, selbst wenn, auch dann werden die einzelnen Spielresultate verfälscht, ob das nun in einem anderen Spiel ausgeglichen wird oder nicht.
Bestes Beispiel liefert die Sportart Tennis und das sogenannte “Hawk-Eye”. Dieses Video-System erlaubt es den Spielern dreimal während eines Satzes einen Ball zu “challangen”, da er ihrer Meinung nach eben noch drin oder draussen war. Dieses System hat sich im Tennis bestens bewährt und ist mittlerweile sogar ein richtig heiterer Moment in einem Spiel, wenn auf der Videowand gezeigt wird, wie knapp ein Ball eben noch drin oder draussen war. Auch Tennis ist ein sehr traditionsreicher Sport, der Videobeweis hat sich dort bestens in die Tradition integriert und hat das Spiel eher noch um eine Note würziger gemacht.
Es ist Zeit, dass sich der Fussball ebenfalls öffnet (auch Abseitsentscheidungen wären längst mit einem Computersystem zu überprüfen) und die Computer nicht als Gefahr, sondern als sehr nützliche Hilfe ansieht, die im Endeffekt nur dazuführen, dass die Spielausgänge gerechter werden.
For the Good of the Game…
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